Backblaze Personal Backup gilt seit Jahren als Geheimtipp für alle, die eine einfache, kostengünstige Lösung zum vollständigen Sichern ihres Computers suchen. Im Test 2026 zeigen wir, für wen der Dienst wirklich geeignet ist – und wo die Grenzen liegen.

Was ist Backblaze Personal Backup?

Backblaze Personal Backup ist ein reiner Cloud-Backup-Dienst für Windows und macOS. Sie installieren einen kleinen Agenten, der im Hintergrund kontinuierlich alle neuen und geänderten Dateien in die Cloud hochlädt. Das Besondere: Das Angebot ist preislich pauschal – Sie zahlen einen fixen Monatsbetrag und können dabei unbegrenzt viele Daten von einem einzigen Computer sichern.

Das ist ein grundlegender Unterschied zu Cloud-Speicherdiensten wie Dropbox oder Google Drive, die nach Speicherplatz abrechnen. Wer 500 GB, 2 TB oder 10 TB Fotos, Videos und Dokumente besitzt, zahlt bei Backblaze immer denselben Preis.

Backup vs. Synchronisation: Ein wichtiger Unterschied

Viele Nutzer verwechseln Cloud-Backup mit Cloud-Synchronisation. Synchronisation (Dropbox, OneDrive, iCloud) spiegelt einen Ordner in die Cloud – löschen Sie eine Datei lokal, verschwindet sie auch in der Cloud. Backup hingegen bewahrt eine eigenständige Kopie auf, die von lokalen Löschaktionen oder Ransomware-Verschlüsselung unberührt bleibt.

Backblaze Personal Backup arbeitet nach dem Backup-Prinzip und hält gelöschte Dateien standardmäßig 30 Tage im Archiv vor. Gegen Aufpreis lässt sich die Aufbewahrungsdauer auf ein Jahr oder unbegrenzt erweitern – praktisch zum Schutz vor Ransomware, die oft erst nach Wochen entdeckt wird.

Set-and-Forget: So funktioniert die Einrichtung

Die Stärke von Backblaze liegt in der unkomplizierten Bedienung:

  • Installation: Installer herunterladen, ausführen, fertig. Kein komplexes Regelwerk.
  • Erster Lauf: Backblaze scannt automatisch alle Laufwerke und beginnt den Upload. Je nach Datenmenge dauert der erste Backup-Lauf Tage bis Wochen.
  • Laufender Betrieb: Der Agent arbeitet still im Hintergrund, solange der Computer läuft und eine Internetverbindung besteht.
  • Wiederherstellung: Einzelne Dateien lassen sich direkt im Browser herunterladen. Für große Mengen schickt Backblaze optional eine externe Festplatte per Post (kostenpflichtig, mit Rückgabe-Rabatt).

Das Interface ist bewusst schlicht gehalten – wer keine Zeit für komplexe Backup-Konfigurationen hat, findet hier eine zuverlässige Lösung.

Backblaze B2: Objektspeicher für Fortgeschrittene

Neben Personal Backup betreibt Backblaze auch Backblaze B2, einen S3-kompatiblen Objektspeicher. B2 richtet sich an Entwickler, Systemadministratoren und technisch versierte Nutzer, die Backups automatisieren, eigene Scripts schreiben oder Backup-Software wie Duplicati oder Arq mit einem günstigen Cloud-Backend verbinden möchten.

B2 wird nach tatsächlich genutztem Speicher abgerechnet und ist deutlich günstiger als Amazon S3 oder Google Cloud Storage. Für Privatanwender ist Personal Backup jedoch die einfachere und oft auch günstigere Wahl.

Leistung und Verlässlichkeit

Backblaze veröffentlicht quartalsweise Festplattenstatistiken aus seinen eigenen Rechenzentren – eine in der Branche einzigartige Transparenz, die das Vertrauen in das Unternehmen stärkt. Die Upload-Geschwindigkeit hängt primär vom heimischen Internetanschluss ab; Backblaze drosselt den Upload-Strom nicht, was bei langsamem Upload-Tempo zu Hintergrundproblemen führen kann. In den Einstellungen lässt sich eine Bandbreitenbegrenzung festlegen, um den Alltag nicht zu beeinträchtigen.

Die Datenzentren von Backblaze stehen in den USA. Für die meisten Privatanwender ist das unproblematisch. Wer jedoch beruflich mit sensiblen Daten arbeitet oder strenge DSGVO-Anforderungen erfüllen muss, sollte beachten, dass US-Anbieter unter den US CLOUD Act fallen. In diesem Fall bieten sich europäische Alternativen an – etwa Proton Drive, Tresorit oder pCloud mit EU-Serverstandort.

Preisübersicht 2026

Backblaze Personal Backup kostet aktuell rund 9 US-Dollar pro Monat (bei Jahreszahlung günstiger). Es gibt keine Speicherbegrenzung und keine versteckten Extras für die Grundfunktion. Die Verlängerung der Dateivorhaltezeit auf 1 Jahr oder unbegrenzt kostet jeweils einen Aufpreis.

Im Vergleich: Ein Cloud-Speicherabo mit 2 TB bei Google One kostet ähnlich viel – bietet aber nur Synchronisation, kein echtes Backup. Wer mehrere Terabyte sichern möchte, hat mit Backblaze einen klaren Preisvorteil.

Einschränkungen

  • Ein Computer pro Lizenz: Wer mehrere PCs oder einen NAS sichern möchte, braucht separate Abonnements oder eine andere Lösung.
  • Keine NAS-Unterstützung in Personal Backup: NAS-Geräte lassen sich nur über B2 und kompatible Backup-Software einbinden.
  • Kein Dateiausschluss nach Ordnerstruktur in der Basisvariante: Die Standardeinstellungen sichern nahezu alles; gezieltes Einschließen einzelner Verzeichnisse ist möglich, aber ungewohnt.
  • US-Rechenzentrum: Für DSGVO-sensible Anwendungsfälle relevant (siehe oben).

Fazit

Backblaze Personal Backup ist unsere klare Empfehlung für alle, die unkompliziert, vollständig und günstig einen Windows- oder Mac-Computer in der Cloud sichern wollen. Das Set-and-Forget-Konzept, der faire Pauschalpreis und die bewährte Zuverlässigkeit machen den Dienst zur ersten Wahl für unbegrenztes Cloud-Backup.

Wer nach einer geeigneten Backup-Software sucht, die mit Backblaze B2 zusammenarbeitet, findet in unserem Artikel zur besten Backup-Software 2026 eine Übersicht. Wie Sie Backblaze sinnvoll in eine 3-2-1-Strategie einbetten, erklärt unser Leitfaden zur 3-2-1-Regel. Und wenn Sie wissen möchten, wie Sie den Dienst Schritt für Schritt einrichten, lesen Sie unsere Anleitung zum Cloud-Backup einrichten.