Der Kauf eines NAS beginnt oft mit einer schlichten Frage: Reichen zwei Einschübe, oder sollte es gleich ein Vier-Bay-Gerät sein? Synology liefert mit dem DS224+ und dem DS423+ zwei solide Antworten auf unterschiedliche Anforderungen.

Hardware auf einen Blick

Both Modelle teilen denselben Prozessor: den Intel Celeron J4125 mit vier Kernen. Auch die Grundausstattung mit 2 GB DDR4-RAM ist identisch – bei beiden Geräten lässt sich der Arbeitsspeicher nachträglich erweitern. Der entscheidende Unterschied liegt in der Anzahl der Laufwerksschächte: Das DS224+ bietet zwei Bays, das DS423+ vier.

RAID-Optionen und Datensicherheit

Mit zwei Einschüben sind die RAID-Möglichkeiten beim DS224+ naturgemäß begrenzt. Sinnvoll ist hier RAID 1 (Spiegelung) oder SHR (Synology Hybrid RAID), das bei zwei Laufwerken ebenfalls auf Spiegelung hinausläuft. Eine Festplatte kann ausfallen, die Daten bleiben erhalten.

Das DS423+ öffnet die Tür zu RAID 5 und RAID 6: Bei RAID 5 darf ein Laufwerk ausfallen, bei RAID 6 sogar zwei. Alternativ erlaubt SHR-2 mit vier Festplatten zwei gleichzeitige Ausfälle. Wer mehr Kapazität bei akzeptabler Redundanz sucht, profitiert hier deutlich.

Wichtig: RAID ist kein Backup. Es schützt vor dem Ausfall einer Festplatte, aber nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder einem Brand. Die 3-2-1-Regel empfiehlt deshalb immer eine zusätzliche Offsite-Kopie.

Kapazität und Erweiterbarkeit

Mit zwei Bays ist das DS224+ auf maximal zwei Laufwerke beschränkt. Aktuelle 3,5-Zoll-HDDs erreichen 20 TB oder mehr – zwei davon ergeben bis zu 20 TB nutzbaren Speicher im RAID-1-Betrieb. Für viele Heimanwender ist das mehr als ausreichend.

Das DS423+ fasst bis zu vier Festplatten. Im RAID-5-Betrieb mit vier 16-TB-HDDs stehen rund 48 TB Nettospeicher zur Verfügung. Wächst die Mediensammlung oder werden Backups mehrerer Geräte zentral gespeichert, zahlt sich dieser Spielraum aus.

Synology DSM: Gleiche Oberfläche, gleicher Komfort

Bei der Software unterscheiden sich beide Modelle nicht. Synology DSM läuft auf beiden Geräten identisch und wird für seine intuitive, browserbasierte Bedienung gelobt. Pakete wie Synology Photos, Drive und Active Backup for Business lassen sich auf beiden Modellen installieren. Der Einstieg in die NAS-Welt ist mit DSM auch für Einsteiger gut zu meistern.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Das DS224+ ist das günstigere der beiden Geräte und richtet sich an Heimanwender sowie kleine Büros, die eine einfache, leise und stromsparende Lösung suchen. Das DS423+ kostet mehr – sowohl das Gerät selbst als auch der Betrieb mit vier Festplatten. Dieser Aufpreis lohnt sich, wenn Sie wachsende Datenmengen verwalten oder RAID 5/6-Schutz benötigen.

Wer braucht welches Gerät?

  • DS224+: Heimanwender, Fotografen mit moderatem Archiv, kleine Büros mit zwei Festplatten im Spiegelbetrieb. Günstiger Einstieg, kompaktes Gehäuse.
  • DS423+: Familien mit großen Mediensammlungen, SOHO-Umgebungen, Nutzer, die RAID 5/6 oder spätere Kapazitätserweiterung wünschen.

Wer sich noch nicht zwischen NAS und Cloud entscheiden kann, findet im Vergleich NAS oder Cloud weitere Orientierung.

Fazit

Für die meisten Heimanwender ist das DS224+ die richtige Wahl: einfach, zuverlässig und günstig. Wer mehr Bays, höhere Kapazität oder RAID 5/6 benötigt, greift zum DS423+. In beiden Fällen sollte das NAS durch eine Offsite-Kopie – etwa in einem datenschutzfreundlichen Cloud-Dienst – ergänzt werden, damit die 3-2-1-Regel vollständig erfüllt ist.

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